Kämpfen, Kentern, Aufholen – unsere Junioren-WM in Medemblik
Ende Juli war es soweit: Wir, Esther Rodenhausen und Luisa Becker sind bei der Junioren-Weltmeisterschaft (U23) im 49er FX in Medemblik an den Start gegangen – unser Saisonhöhepunkt, der lange auf sich warten ließ. Zwei Wochen vorher waren wir schon im Trainingslager dort, um uns an das Revier zu gewöhnen und nach einer kurzen Pause zu Hause ging es dann wieder los. Fünf Wettfahrttage waren geplant, gesegelt sind wir an vier – ein Tag fiel komplett aus, weil kein Wind war…
Der erste Tag hatte es gleich in sich: Es war mit Abstand der windigste Tag der ganzen Woche und es waren drei Rennen angesetzt. Wir sind sehr solide in das erste Rennen reingestartet, haben es aber nicht geschafft, unseren Mast aufrecht zu halten und sind vor dem Ziel gekentert.
Frustrierend, aber es waren ja noch 2 weitere Rennen geplant. Bei der Kenterung mussten wir sehr aufpassen, dass unser Mast nicht im Grund stecken bleibt – Das Ijsselmeer ist an keiner Stelle tief genug, um durchzukentern… Wir haben uns nicht hängen lassen, sondern uns wieder aufgerappelt und voll aufs nächste Rennen fokussiert – und tatsächlich, im zweiten Rennen lief es richtig gut, vierter Platz!
Dann kam Rennen drei, und der Wind hat noch mal ordentlich zugenommen. Bei einer unglücklichen Kenterung hat sich dann unser Kite leider total verdreht, sodass wir sehr lange gebraucht haben, bis wir wieder aufrichten konnten und wertvolle Zeit verloren. Aber aufgeben kam für uns nicht infrage: Wir wollten das Rennen unbedingt zu Ende segeln. Und das, obwohl fast alle anderen Boote entweder gekentert waren oder schon aufgegeben hatten – wir waren praktisch alleine auf dem Kurs. Ohne zu wissen, ob wir das Zeitlimit überhaupt noch schaffen, haben wir den Gennaker gezogen und gekämpft. Und dann, ganz knapp vor unseren Augen, wurde das Ziel geschlossen. Wir haben es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Das hat wirklich wehgetan. Ein DNF am 1. Tag ist kein schöner Start…
Die nächsten Tage war es zum Glück etwas weniger windig als am ersten, aber immer noch anspruchsvoll. Wir haben uns solide durchs Feld gesegelt, viele Top-Ten-Platzierungen eingefahren und sogar einen zweiten Platz ersegelt – darauf sind wir echt stolz! Der dritte Tag fiel dann komplett aus, Flaute.
An den letzten beiden Tagen kam der Wind ablandig, war sehr böig und drehig – ständig mussten wir aus dem Boot schauen, in neue Kanten segeln und uns auf die Dreher einstellen. Genau in diesen anspruchsvollen Bedingungen konnten wir auf dem Kurs immer wieder aufholen und sehr gute Ergebnisse einsegeln. Das hat einfach richtig Spaß gemacht!

Rückblickend sind wir unglaublich stolz auf die Fortschritte, die wir im letzten Jahr gemacht haben – vor allem bei starkem Wind. Bei der Junioren-WM im letzten Jahr
konnten wir unter diesen Bedingungen die Rennen kaum beenden. In diesem Jahr konnten wir uns mit den Top-Teams messen.
Am Ende stand für uns Platz 9 in der Gesamtwertung und Platz 3 in der U21-Wertung – für uns beide ein riesiger Erfolg und ein schöner Abschluss einer intensiven, spannenden Woche in Medemblik.
Vielen Dank an den MSC, dass wir das Motorboot Maja benutzen durften!

